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Und noch mehr Äthiopien

Und noch mehr Äthiopien

„Ist das hier nur noch ein Molly-Blog?“

So sieht es aus, denn wir haben herausgefunden, dass es einfach lässiger ist, unabhängig aber informell verbunden zu reisen. Ana und David bloggen auf ihren Facebookaccounts und ich glaube auch im Blogspot. Anfang Juni werden wir nochmal zusammen in Kenia am Tiwi-Beach sein, wo die beiden unseren Pudel sitten werden, damit wir unseren familiären Verpflichtungen nachkommen können.

Stell’ dir vor, du übernachtest in Äthiopien und keiner kommt vorbei

Also abgesehen von Hotelparkplätzen (gern genommen für 1-2 Hundert Birr =4-8 €), wo man sich dann auch über Dusche und Internet freuen kann, heisst Übernachtung immer auch: Besuch. Noch bevor der Wagen zum Stillstand kommt, sind die ersten Kinder schon da und die Gruppe wächst innerhalb kurzer Zeit auf rund 20 Mann. Je nach Tageslaune kann man dann auf Ignoranz schalten, oder den Pausenclown geben. Egal jedenfalls, was man macht: Keiner geht. Erst wenn es völlig finster ist, dackelt man wieder nach Hause. Um sich dann zum Sonnenaufgang wieder einzufinden. Gut ist, wenn dann wenigstens ein paar Erwachsene dabei sind, um die Kinderhorde vom gröbsten Unfug abzuhalten.

Zweimal ist es uns bisher gelungen, so etwas wie Ruhe und Beschaulichkeit in freier Wildbahn zu finden: Das erste Mal war kurz nach einem der mittlerweile rund sieben bis acht 3000er Pässe, wo uns ein kleiner Abzweig ausserhalb der Sichtweit der Straße brachte. Kleiner Allradeinsatz und schon standen wir an einem lauschigen Plätzchen. Und das ganz allein. Auch morgens: Kein Mensch vor der Türe, toll. Irgendwann hat Maffi kurz angeschlagen, die Beteiligten aber wohl gleich die Flucht ergriffen. Etwa eine Stunde später kam ein Polizist mit Sturmgewehr und grimmigem Blick. Der Hund ist reglos und unbeeindruckt vor’m Laster liegengeblieben und wurde argwöhnisch betrachtet. Der Policeman wollte dann nach unseren Pässen, das Innere unserer Wohnkabine sehen. Allerdings hat er sich für nichts drin interessiert, sondern entschlossen Platz genommen. Blieb auch da sitzen, nachdem wir rausgegangen sind und ihm bedeutet haben, jetzt abzufahren. Nach einer kurzen Kommunikation in Zeichensprache dann, war klar: Er will zurück in seine Station gefahren werden. Ach soooo. Na gut, vorne sitzen dann bitte und ab dafür.
Und ganz sensationell haben wir kürzlich auf einem Hügel südlich der Stadt Bahir Dar, am Tana Lake genächtigt. Eigentlich wollten wir uns einen „Präsidentenpalast“ des letzten Königs Haile Selassie anschauen und standen dann etwas konsterniert vor einem 60er-Jahre Protzbungalow… Die „Palastwache“ meinte dann, nach langem hin und her, ja, man könne hinter dem Grundstück weiter fahren, aber nicht ohne Führer. Also haben wir selbigen eingeladen und sind den felsigen Weg entlang gerumpelt. Wir kamen an einen Platz, der einen gigantischen Rundumblick bot. In der Ferne Bahir Dar und der Lake Tana, aus dem der Blaue Nil fliesst und in Schleifen dann um den Hügel, auf dem wir waren. Als wir gerade zu Kochen anfangen wollten hiess es: 3 Stunden Besuchszeit hier. Mist. Dann haben wir ordentlich gejammert und geklagt und versichert, man brauche sich keine Sorgen um uns machen. Es wurde mit dem „Management“ geredet und 200 Bir später hatten wir exklusiv einen supertollen Platz, wo selbst am Morgen höchstens mal ein, zwei Leute vorbeigeeilt kamen, ohne gross Notiz von uns zu nehmen. Herrlich, so wünschten wir uns das generell. Mal sehen, wie es südlicher wird…

German Guesthouse in Debre Libranos

Der Platz war in unserem Reiseführer vermerkt und auch im Navi eingetragen, etwa 20 km nördlich von Addis. Ein toller Ort für Overlander, von einer Deutschen, Anette und ihrem kürzlich verstorbenen äthiopischen Mann errichtet. Eine ganze Anzahl netter Cottages und Bungalows am Rande eines riesigen Canyons. Eine Tränentreibende Aussicht. Leider kann Anette dem Druck der Behörden alleine nicht mehr lange standhalten und wird vielleicht bald aufgeben müssen… Schade, echt. Wir wünschen viel Glück und Kraft. Als wir dort waren, brach plötzlich mitten am beschaulichen Nachmittag die Hölle los. Tuktus und Taxis ohne Ende, Menschenmassen, Gesang und Getöse. Es waren gleich zwei Hochzeitsgesellschaften, welche die dekorative Umgebung als Zwischenstop nutzten und wir mittendrin. War wirklich sehr unterhaltsam.

Nachtrag zum Verkehr

Tiere: Das mit der Lichthupe und den Kühen, hat sich leider nicht bewahrheitet… Schade. Generell gilt aber: Die Kuh wechselt gerne und schnell die Richtung, vor allem auf Basis von Erschrecken. Ziegen und Schafe sind vergleichsweise vorausschauend und halten auch mal inne. Ist jedoch ein Teil der Herde bereits über der Strasse, will der Rest unbedingt hinterher. Da sind die Kühe vernünftiger. Der problematischste Kandidat ist, wie zu vermuten, der Esel. Einmal eine Richtung eingeschlagen, wird diese auch beibehalten und wenn da ein Laster kommt, na und?!
Irre: Und Vorsicht ist auch bei Dorfdurchfahrten geboten, denn in rund jeder dritten Siedlung gibt es einen Dorfdeppen oder anderweitig derangierte Personen, die ihrem Todeswunsch folgend die Fahrbahn entsprechend kreuzen.

Lalibela – aberwitzige Felskirchen

In ganz Äthiopien gibt es ja insgesamt an die 500 Felsenkirchen, meist von außen in den Stein getrieben, halbmonolithisch, sprich eine bis drei Seiten der Kirchen sind mit dem Mutterfels verbunden.
Der Priesterkönig Lalibela ist dann nach einer ausführlichen Jerusalemreise auf die geniale Marketingidee gekommen monolithische, also freistehend aus dem Fels getriebene Gotteshäuser zu bauen. Genaugenommen hat er hier ein äthiopisches Jerusalem errichtet. Der Fluss wurde kurzerhand zum Jordan umbenannt, ein „Nadelör“ eingebaut und andere wichtige Stätten kopiert. Ein Pilgerzentrum das die Menschenmassen anzog. Insgesamt elf dieser Kirchen wurden hier auf vergleichsweise engem Raum errichtet, untereinander mit Felsgräben und Tunneln verbunden. (Der Legende nach nur von Lalibela allein geschaffen, der Nachts von Engeln unterstützt wurde, welche doppelt so schnell arbeiteten.) 23 Jahre Bauzeit erscheinen jedenfalls sehr kurz für das ganze monumentale Machwerk. Der Ort wird als „Living Heritage“ bezeichnet, da nahezu alle Kirchen noch in Betrieb sind.

„Is this only a Molly-Blog?“

That´s the case. We came to the conclusion that it is nicer to travel independently, and meet every now and then. Ana and David now post on their facebook accounts. Beginning of June we will re-group in Kenia at Tiwi Beach where they will look after the dog, so that we can visit home.

Imagine you are overnighting in Ethiopia and you are all alone

Outside of sleeping on the parking lots of Hotels (preferred at 4-8€ per night), where you will have a shower and internet, overnighting means receiving visitors by the dozens. Even before coming to a stand still there will have assembled a group of children waiting for you to get out of the truck, and in no time the group will have grown to formidable numbers in the twenties. Depending on your mood you can either plead ignorant or play the entertainer. Irregardless of your choice: Nobody will leave.

Only once the night has laden the surroundings with complete darkness, people will go home only to be back at sunrise to check if you are still there. It is advantageous to have a couple of adults around that will keep the children at bay.
Only twice we managed to attain a piece of tranquility and picturesque-ness in the wild. The first time we managed to find a spot after having climbed seven to eight 3000m passes, just to the side of the road. And there was no one, not in the evening, not in the morning.

At some point Maffi barked, which apparently incentivised whoever was approaching not to persuade that idea further. About an hour after that a police man with an assault rifle approached rather grim looking. Maffi remained lying down under the truck, unimpressed. After having checked our passports he wanted to see the inside of our truck. Instead of inspecting the inside, he just sat down and refused to get up, even as we signaled our departure. After a bit of sign language we realised: He wants a lift back to his station. With a sigh of: ahh, now we understand, so we ordered him to the front and off we went.

Recently we stayed at a spectecular spot on a hill south of the city of Bahir Dar, at lake Tana. We were wanting to visit one of the presidential palaces of the late Haile Selassie, but were stopped in our tracks by the sight of a peculiar looking 60s bungalow villa. The guards then indicated that there was a way around the palace, which was only to be taken with a guide. So we packed up the guide and up we went. The path lead to a spectacular spot with 360 degree views of the surroundings. In front of us lake Tana, from which the Blue Nile makes its way north, winding around the very hills we were parked on. Just when we were about to set our kitchen on fire, we were told that we only had 3 hours to visit the place.

After a bit of negotiating and 200 Birr exchanging hands we were allowed to spend the night, and except for a few visitors in the morning went relatively undisturbed. Amazing. We would love this to be the case from here on out. Let´s see how it will be further south.

German Guesthouse in Debre Libranos

This joint was mentioned in our travel guide as well as our navi, located around 20km north of Addis. It´s a great place for overlanders, established by a german, Anette, and her recently deceased ethiopian husband. It consists of a bunch of nice cottages and bungalows at the rim of a giant canyon. A breathtaking view. Unfortunately Anette won´t be able to withstand the pressure of the authorities for long, now that she´s by herself, and will probably have to abandon the place. A real pitty that. We wish here strength and luck. While there one afternoon, all hell broke loose. Fleets of Tuktuks and Taxis arrived, amidst masses of people, lots of singing, shouting and general noise. It was two weddings which had fused and simultaneously decided to use the beautiful place as a rest stop, and we were right in the midle. We were well entertained.

Addendum: Traffic

Animals: The trick with the flashing of the high beams unfortunately didn´t work for me. A general rule though does apply: Cows generally love to change direction unanounced especially when scared. Goats and sheep are relatively predictable and occasionally take a breather and stand still; unless some part of the herd has already crossed the road, then the rest will want to keep up, no matter what. In this case cows will choose life over catching up with their herd. The most troublesome of the fold is as to be expected the donkey. Once he has decided on his route, nothing will change his mind. 40 tonnes of steel? why should I budge…

Crazy: There is also need for attention as one passes through the villages as there seems to regularly be a slightly deranged person that will attempt to see their last wish fulfilled by your vehicle.

Lalibela and its impressive rock churches

The whole of Ethiopia accumulates nearly 500 rock churches, most of them have been chisled into rock, half monolitic, meaning 1 to 3 sides are attached to the rock.

After the priestking of Lalibela returned from his extensive Jerusalem travels he had the brilliant marketing idea of creating monolitic churches, meaning a freestanding church carved from a single piece of rock. He basically created an ethiopian Jerusalem. And so he renamed the river here Jordan, he built a needle point and copied other important sites. It became a major destination for pilgrimage. All in all he had 11 churches built in close proximity, which were connected by a network of tunnels. According to legend, the churches were forged in a single night by Lalibela with the help of Angels. 23 years construction time still seem short for such a monumental amount of work. The site is considered a „Living Heritage“ due to the majority of the churches still being used on a daily basis.

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