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Jambo Kenia

Jambo Kenia

Nachtrag: Skulpturenpark in Süd-Äthiopien

Erst die letzten 80 km Strasse Richtung Kenia werden wieder erträglicher. Dafür ist die Siedlungsdichte angenehm gering. Was voll ins Auge fällt, sind unzählige Termitenbauten: Zwischen 15 und 150 Meter voneinander entfernt, bis zu acht Meter hoch und in den bizarrsten Formen. Sehr beeindrückend und das über bestimmt 50 Kilometer. Das müssen abertausende dieser Burgen sein und zeigt doch wieder einmal, dass wir auf dem Planet der Insekten eine winzige Minderheit darstellen.

Einreise nach Kenia

Selbige gestaltet sich, wie auch die Ausreise aus Äthiopien äusserst lässig. Immigration und Zoll sind leicht zu finden, keine Fixer vonnöten. Das ganze Prozedere in nur zwei Stunden, inkl. Ost-Afrika-Visum (100$) für Kenia, Uganda, Ruanda (weitere Länder sollen künftig folgen).

Erste Eindrücke

In Moyale empfinden wir auf kenianischer Seite, währen wir Bargeld und eine Simkarte organisieren, daß eine gewisse Aggressivität in der Luft liegt und auch die gefühlte Kriminalität ist deutlich höher als in Äthiopien. Zum Übernachten finden wir, dank der Hilfe eines 15 Jahre alten Burschen dann doch noch eine Art Hotel mit abgesperrtem und bewachten Innenhof. Noch im Birr-Modus, hatte ich, in der Annahme, mit Hundertern zu Zahlen, irrtümlich 1000er herausgegeben. Also 10.000 Schilling gezahlt, statt Tausend. Das ist mir dann aber erst rund eine Stunde später, während des Kochens eingefallen. Man hat sich natürlich blöd gestellt, aber ich blieb hartnäckig und im großen und ganzen sogar freundlich. Und: siehe da, man dachte ich wolle den Zaster zur Sicherheitsverwahrung geben und alles isipisi… Glück gehabt.

Wilder Norden

Eine tolle Landschaft empfängt uns hier in Kenia. Weite Ebenen in denen die Berge wie Inseln im Meer schwimmen. Hier leben auch noch Stämme, die sich äusserst urwüchsig in ihrer Aufmachung geben. Bunte Ohrpüschel und eine Gesamterscheinung wie Kampftransen 😉 Wenn die Leute von hier in Richtung Nairobi aufbrechen, sagen sie: „Ich fahre nach Kenia“

Piste Moyale – Marsabit

Die 200 km „Horrorpiste“ haben sich dann doch als relativ harmlos herausgestellt. Um 6h aufstehen, wäre echt nicht nötig gewesen. Das ganze ist eine riesige Baustelle. Ungefähr 50 Km Strasse sind schon fertig (verteilt auf vier Abschnitte) und die Umfahrungen viel besser als die alte Piste, von der kaum etwas übrig ist. Nur: Auf der Strecke liegenbleiben – gar über Nacht – sollte man dann doch nicht, da somalische Banditen und Al Schabab Milizen die Gegend unsicher machen. Selbige fackeln nicht lange herum, sondern terminieren zügig.

Technik nach rund 1000 km Piste

Molly, das alte Mädchen schlägt sich echt tapfer, doch das ganze Gerüttel fordert auch Opfer. So wäre uns um ein Haar die vordere Stossstange abgefallen, hing quasi nur noch an einem Schräubchen. Der Auspuff ging auch fast flöten, hat sich von sämtlichen Befestigungen gelöst. Habe dann mit Schäkeln hier und ein wenig Stahlseil dort, eine beweglichere Lösung hingepfuscht und: Hält wunderbar. Das Gaspedal ist mal abgebrochen und eine Aufhängung vom Generator hat auch die Grätsche gemacht. Ich bin froh, dass ich ein Schweissgerät an Bord habe. Ein Staufach ist auch aufgegangen und das Tankzubehör hat sich verabschiedet. Sonst alles supi und dass drinnen alles hält, macht mich ja fast ein wenig stolz. (Riecht das hier nach Eigenlob, oder wie?) Ausserdem wissen wir ja: Irgendwas ist immer. Leck gescheuerte H-Milchtüten, oder auch mal eine Reisflut…

Hundeschmuggel und haufenweise Fauna

Katja ist ja eine riesengrosser Tierfan. Also: Ab in den Nationalpark. Nur ist in selbigen natürlich das Mitnehmen von Hunden nicht wirklich gestattet. Also was tun? Na halt doch mitnehmen. „Schön Platz machen Maffi! Nicht bellen Maffi! Schnell nach hinten, Hund.“ Hat echt schon zweimal funktioniert, inkl. Übernachtungen. Die Ausbeute ist in der Bildergalerie zu finden. Toll, so Safari auf eigene Faust und im eigenen Laster.

Der Verkehr in Kenia

Erst dachte ich: „Och, ist doch gar nicht so schlimm, wie allgemein berichtet“, doch dann haben wir mal die Nebenstrecken und Pisten verlassen und auf einer der Hauptstrassen mitgemischt. Grausenhaft, echt. Massenweise LKWs, viele mit 40 Sachen unterwegs, am Berg mit 10. Aber auch moderne Freightliner, teilweise leer und mit 500 Pferden ausgestattet. Das Spiel heisst: Jeder überholt Jeden, jederzeit. Seeeehr spannend. (Für Frau S. auf jeden Fall oft viel zu spannend.)
Dafür gibt es Tuktuks meist nur in den Grossstädten und kaum mehr Eselkarren (,welche in Äthiopien rund die Hälfte des Verkehrsaufkommens stellen).

Dicke Mamas und Schluss mit Händchenhalten

Im Gegensatz zu Äthiopien, wo generell alle gegrinst, gelacht und gewunken haben, finden wir hier gemischte Reaktionen. Klar ist die Begeisterung hier auch gross, (und die Rufe gottseidankt sehr verschieden) aber es kommen noch zwei andere Mimiken recht häufig vor: Erstauntes bzw. verwundertes Glotzen und grimmiges Starren, was bei den sehr dunklen Gesichtern hier schon beeindruckt. Für mich wirkten die Äthiopier insgesamt naiver und liebenswerter. Und natürlich auch schlanker, denn die Kenianische Mutti ist in der Regel schon eine Wuchtbrumme. Und händchenhaltende Männer sind auch kaum mehr zu sehen. Ich kannte das bereits aus Indien, dann war es auch schon in der Türkei zu beobachten, wurde über Ägypten und den Sudan stärker und war in Äthiopien fast allgegenwärtig. Möglicherweise liegt es daran, dass sich die Kenianer als Kriegervolk wahrnehmen. Und im Ernst, so ein Regiment Bundeswehrsoldaten, das Händchen hält… romantische Vorstellung eigentlich.

Unser „Alltag“

(siehe Anfrage von X, lieben Gruss auch.)
Wenn ich morgens erwache, sehe ich das, was meine Frau beim Einschlafen sieht: Neben mir liest jemand.

Dann wird, klar, erst mal der Kaffee gemacht, natürlich mit der Cafetiera (oder auch: Jolly). Geschäumte Milch für die Dame und kalte für den Herren. Als nächstes wird das Haus- bzw. Lastertier gelüftet, je nach Standplatz mit, oder ohne Begleitung. Frühstück ist variabel, mal Müsli, mal Käsebrot und Ei, Pfannkuchen oder nix (, dann halt später).

Wir fahren nicht jeden Tag. Wenn wir einen Platz haben, an dem es uns gefällt, weil es entspannt und schön ist, bleiben wir einfach und verbringen den Tag mit Lesen, Bilder sortieren, oder Spazieren gehen, oder auch mit Putzen und Reparieren.

Im Falle des Aufbruchs greift die Abfahrroutine: Alles aufräumen, was schnell geht, da eh alles seinen Platz hat und meist gleich wieder dort landet, wo es hingehört. Dann: Gas – Wasser – Sch… ränke aus-, bzw. zumachen, sprich verriegeln. Und im Falle einer Pistenfahrt auch die Bettklappe runter und fixieren, damit die Alukisten hinten nicht auf Wanderschaft gehen. Dann wird noch gekühltes Wasser in Thermosflaschen gefüllt und mit Zitronen- oder Limettensaft versetzt, was zusammen mit der Navi, dem Satellitentelefon und den Pässen in’s Führerhaus geschafft wird. Letztere sind für die Polizei- und Militärkontrollen, zum Vorzeigen. Dann noch den Dackel hochgehievt und abgedampft. Bis zur Mittagspause.

Ein wenig entspannen, was essen, (oder frühstücken) und dann zum späten Nachmittag hin ein Ziel anpeilen, das vor der Dunkelheit zu erreichen ist. Gerne genommen sind bewachte Parkplätze von Hotels, oder ähnlich sichere, bzw. auch einsame Plätze, die man erreicht, ohne gesehen zu werden und an denen man versteckt ist.

Ein Hotel oder Campingplatz bietet natürlich auch die Vorzüge sanitärer Anlagen, denn unser Klo ist nur ein Notklo für den Fall des (Durch)Falles. Und die Bordbadewanne ein geschätzter Sammelbehälter, den man zwar leer räumen könnte, doch mit den 200 Litern Brauchwasser kommen wir in der Regel rund 2 Wochen aus, mit (Ab)Waschen und Putzen. (Mit Duschen wohl eher zwei Tage.)

Bei Ankunft am Platz unserer Wahl geht dann quasi alles Rückwärts, Dackel entleeren und ganz wichtig: Essen kochen. Da verstehen wir keinen Spass und bereiten dann mit, am Strassenrand (oder Feinkostladen) erbeutetem Gemüse Leckereien zu wie zb. Spaghetti alla Verdure, oder grüngelbem Thaicurry mit Basmatireis. Essensvorräte haben wir immer noch mindestens 80 Kilo dabei plus 50 Kilo Hundefutter…

Später am Abend ab und an dann gerne mal ein Filmchen (Tatort im Hotel downgeloadet), oder eine Serie von der DVD (Breaking Bad war echt anstarrengend.)

GROSSE PAUSE

Ding Dong Dongggg hat es in der Schule immer gemacht… Geografisch gesehen sind wir auf halber Höhe Afrikas, knapp unterhalb des Äquators. Wir haben südlich von Mombasa, am Tiwi-Beach eine Lodge mit angeschlossenem Camp gefunden. Ein Traumplatz, ein grosser Garten mit riesigen Bäumen direkt am Strand. Und da die Saison erst im Juli beginnt, sind wir quasi die einzigen Gäste, herrlich. Hier wird die Molly samt Maffiioso erstmal geparkt. Maff hat auch erstmal die Schnauze voll vom Kilometer fressen und wird bis Ende des Monats von David und Ana gesittet. Katja und ich kommen erstmal heimgeflogen und pflegen unsere sozialen Kontakte inkl. Töchterchens Hochzeit. Ein wenig Pause tut auch Not, um die vielen Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten. Das wird Ana und David auch so gehen, die gerade noch eine Runde durch Uganda, Ruanda und Tansania gedreht haben…

Addendum: Natures sculptures in the south of Ethiopia

Now on the last 80km heading for the Kenyan border, the road has finally become endurable again. Slowly we are also seeing a pleasent decline in the amount of people and housing. Unmissable are the Termite hills as far as the eye can see, piercing the landscape. Between 15m and 150m apart, up to 8m in height and in shapes as diverse as the people of this planet. This easily goes on for 50kms. There must be thousands upon thousands of those castles, reminding us that we are a clear minority on planet bug.

Entering Kenya

Crossing both borders proved a walk in the park. Immigration and customs are easy to locate, one is not hassled by fixers because there wouldn´t be a need for one anyways. All in all it took 2 hours to be back on the road, with our East Africa Visa (100USD pp), which was instated in February of this year only, valid for multiple entries into Kenya, Uganda and Rwanda. In the near future Burundi and Tanzania plan on joining the East African Visa agreement as well.

First impressions

Upon arriving in Moyale, while looking for cash and sim cards, we feel a certain scent of aggression lingering in the air, and the perceived level of security feels lower than in Ethiopia. Thanks to the help of a 15 year old samaritan, we were shown some kind of hotel with secure parking where we could spend the night. Still thinking in Birr, I accidentally payed 10.000 Kenyan shilling instead of 1.000, much to my demise as i discovered later in the evening. I made my way back, and demanded my change. Although they were pretending to not understand at first, once I kept insisting, they eventually returned the excess amount. It turned out that they thought I left the cash with them for safe keeping. Lucky me, I got lucky this time.

The wild north

We are welcomed by great, vast landscapes. Savannas interspersed by mountains that rest like islands in the open plains. We also found a lot of tribespeople that still seem to dress and live true to their native ways. Colourful, bushy earrings and big, beaded colars, often with spears or bow and arrow, looking like true warriors. When locals embark on a journey from the capital of Nairobi to here they say: I´m going to Kenya.

Dirt road Moyale-Marsabit

The 200km road of death between Moyale and Marsabit has proven rather harmless. Getting up at 6 in the morning to make it in time would have been, after all, not a necessity. The road is one big construction site at the moment. About 50km of road have been completed thus far, distributed over 4 sections. There were many new detours that were in decent condition; there wasn´t much left of the old road dreaded by so many. The only thing you might not want to do is get stuck on the road over night. Apparently there is an influx in Somali bandits and Al Shabab militia making their rounds in the area.

Mechanical issues after 1000km of dirt road

Our old gal Molly is maintaining well, but all the vibration and rattling will take its toll on any piece of equipment. We almost lost our front bumper, which was merely dangling from a single screw. The exhaust was next, it almost came straight off, but nothing that I couldnt fix with a bit of steel wire and clamps. The temp fix has proven worthy and is still holding up. The gas pedal broke off, and one of the generator suspensions went as well. Sweet relief that we are carrying a welding machine with us. One of the storage flaps on the side opened, and the fueling accessories were lost forever. On the other hand, inside, everything is holding up great, which fills me with a bit of pride I must confess. And as we know, there is always something… Milk packs rupturing, or a rice tsunami…

Dog smuggling and fauna en mass

As you know, Katja loves animals. So off we went to the national parks. The only downside, most Parks don´t allow you to take pets. So what to do? you just take them anyways. Usher a few commands: stay, quiet, quickly hide; and we were through. It worked already twice, we even spent the night. You can check out the result in the picture gallery. It´s amazing safari-ing on your own in your own vehicle.

Traffic in Kenya

My first thoughts were: It´s not as bad as people say“, but once we left the protective realm of dirt roads and played a game of big city main road shuffle, those thoughts changed entirely. It sucks. Tons of trucks that are hustling about at 40kph, crawling up mountains at 10. The name of the game: overtake anyone, anytime, anywhere. Very exciting (For Mrs. S. definitely less so).
Then again you are spared the Tuk-Tuks which you will rarely encounter outside of bigger cities as well as the donkey carts, which made up close to half the traffic in Ethiopia.

Big Mamas and no more holding hands

Contrasting Ethiopia, where we were generally greeted by smiling faces and everyone laughed and waved at us, we are seeing more mixed reactions here in Kenya. Of course you will also encounter very enthusiastic people (and thanks be to god that they vary greatly), but one often finds two other expressions: a stare of surprise and uncertainty as well as a grim stare, which can be impressive considering their dark complexion. Generally speaking I perceived the Ethiopians as a more naive and lovable people. Also where slenderness r ethiopians, this does not apply to the Kenyans. The average Kenyan Mama is quite a large calibre. We also stopped seeing men holding hands. I was familiar with that practice from my travels to India and we already started seeing this in Turkey and via Egypt and Sudan in Ethiopia it was almost unmissable. Maybe because the Kenyans consider themselves a people of war. I mean, imagine an army regiment holding hands… actually a romantic thought that.

Our „Day to day“

(request from X, greetings.)
When I awake in the morning I get a glimpse of what my wife sees when she rests her weary eyes at night: Someone is reading next to me.

First order of business, of course, preparing coffee with an italian cafetiera. Hot milk with foam for the lady and cold milk for the lad. After that we vent our house- or truckimal (hybrid between truck and animal to express my fondness of her); depending on where we are parked this happens with or without the company of strangers.

Our breakfast routine varies. From Muesli, bread and cheese to eggs and pancakes or nothing. We dont drive everyday. Once we find a place that we like a lot, we unwind, read, sort through our pictures, go for walks, clean up or catch up on needed repairs.

When we are ready to depart, we slot into our departure routine. Pack up everything, which happens quickly since we return all the things to where they belong after using them, everything has its place. Next: Turn gas, water, closets off or close them respectively. In case a dirt road is en route, we will also lock the ledge on the bedside in order for the aluminium boxes in the back not to go hiking. Then we fill our thermal flasks with cold water and add a squeezed lime or lemon to the mix. The passports and drinks, navi and sat phone is then placed in the drivers cab, former are needed for the many police and military check points. Last thing is to pop the poodle in the drivers cab and off we go, until lunch.

We relax a little, eat something and then continue driving until late afternoon in order to find a nice spot to spend the night. Our preferred places include secure parking at a hotel or similarly secured compounds, or a place in the wild that we can access without being seen accessing it.

A hotel or camp site of course offers pleasentries in the form of toilets and showers, because our toilet is only for the case of an emergency (when diarrhea strikes). Our bath tub is a valuable storage space, that we could empty for having a shower, but with the 200l in our water tanks, we normally manage to get by for 2 weeks, if we would shower probably only two days.

Once we arrive at our destination, the whole routine unfolds in reverse order. Empty the dog, and most importantly: Prapare dinner.

We take this seriously, and we make anything from Spaghetti alla Verdure to a green/yellow thai curry with basmati rice and the ingredients we can buy on the side of the road or at a delicatessen store. Although we still carry about 80kg of food reserves and 50kg of dog food with us…

As the evening unfolds we like to watch a film (we download the german tv show „Tatort“) or a series on DVD (although Breaking Bad was truly unnerving).

Big Break

Ding Dong Dongggg the school bells used to ring… Geographically speaking we have reached the half way mark on our way down through Africa, just below the equator. We have found Twiga Lodge and Campsite, a slice of heaven on the coast some 30km south of Mombasa. Since June is low season, we are practically the only guests, which makes for a very relaxing stay. For the time being we will leave Molly and Maffi here. Maff has had enough of the driving for now and will be staying with David and Ana until the end of the month. Katja and I will go visit friends and family back in Germany and attend my beloved daughter´s wedding. A little break will do us all good, and give us a chance to process all the experiences and impressions. Ana and David will probably agree, as they have just arrived from a detour through Uganda, Rwanda and Tanzania.

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