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ENDE des Trips – Eindrücke, die bleiben

ENDE des Trips – Eindrücke, die bleiben

Namibia und Botswana

Was Katja noch zu berichten weiss:
So, nun sind 4,5 Monate um und ich habe es endlich geschafft, dabei habe ich die Geduld meines Mannes ganz schön strapaziert…

Eigentlich kann ich mich schon gar nicht mehr so richtig erinnern…  😉

Also, Alex kam von Tasmanien nach Johannesburg, wo wir noch eine gemeinsame Nacht verbrachten und am nächsten Tag nach Windhoek flogen. Dort wurden wir von dem berühmt – berüchtigten Mr. Bwana Tucke Tucke (alias Carsten Möhle) zu einer Fahrt auf den höchsten Stadtberg mitgenommen. Carsten hatte für uns die gesamten nächsten 5 Wochen geplant und für diese bekamen wir noch am Abend eine recht detailiierte  Einführung. Wir waren froh gewesen, zu Zweit zu sein, da das doch ‘ne ganze Menge Stoff war.

Am nächsten Tag machten wir uns dann nach der Übernahme unseres Bushcampers, ein Toyota Hillux mit Dachzelt, auf den Weg.Unsere erste Fahrt war lang und wir erreichten nach 6 Stunden Hautabfontein, ein Campingplatz in der weiten Einsamkeit, wunderschön gelegen.

Tags drauf, nach unserer ersten Dachzelterfahrung, ging es weiter nach Sossusvlei. Es war brutal heiß und wir schafften gerade noch so den nahegelegenen Canyon, danach wurden mal wieder lecker Spaghetti mit Vegetables gekocht und später mit abnehmender Sonne noch ein kleiner Ausflug in den Namib Naukluft Park gemacht, zur Elim Düne.
Der nächste Tag begann früh um 5 Uhr. Ab in den Park, zuerst zur Düne 45, Sonnenaufgang bewundern und dann weiter nach Sossuvlei und rauf auf die höchste Düne.

Und das war mal echt ne Ansage…ich hab‘s gerade so geschafft. Aber lohnen tut es sich, ein absoluter Traum!
Von dort dann die 1000 Meter runter ins Deadvlei rutschen, supercool! Und das Deadvlei selbst muß man gesehen haben, eine meiner eindrücklichsten Landschaftserlebnisse auf der Afrikareise. Dort stehen in einer Tonpfanne, umgeben von den Namibsanddünen, viele abgestorbene Akazienbäume, welche zum Teil weit über 500 Jahre alt sind.

Weiter ging es durch die Namibwüste und die Nacht verbrachten wir einem grandiosen Riesenfelsblock im Nirgendwo.
Von dort errichten wir dann über eine Halbwüste und canyonartige Gebilde Walvis Bay und weiter Swakopmund. Hier machten wir eine einzigartige Tour mit Tommy, bei welcher er uns die Little Five der Namibwüste zeigt.
Ansonsten hat Swakopmund einen widersprüchlichen Eindruck auf mich gemacht. Einerseits schwer neblig und eklig feuchtkalt, aber dann doch auch mit netten Cafés versehen, wenn man genauer hinschaute. Zudem ist die Kombination von Meer mit direkt anschliesender Wüste sehr speziell.

Es ging weiter Richtung Norden und wir übernachteten in einem Bushman Camp. Am nächsten Tag bekamen wir eine Einführung von den San in deren Lebensweise, was ausgesprochen interessant und unaufdringlich rüberkam. Über das Mowami Camp , welches einen wunderbaren landschaftlichen Blick bietet, kamen wir zum Otjitotongwe Camp, in welchem man die Möglichkeit hatte zahme Geparden zu streicheln.

Am nächsten Morgen besichtigten wir dann den Himba Kraal, ein Dorf, welches als soziale Einrichtung für in Not geratene Himbas dient. Hier wird noch das urspüngliche Dorfleben gelebt, welches dann auch so dem Touristen vermittelt wird. Von dort erreichten wir dann den Etosha Nationalpark, wo wir zwei Nächte im Halali Camp verbrachten. An diesem Camp gibt es ein Wasserloch, zu welchem man hinlaufen kann und dann dort, wie in einem Amphietheater sitzt und ab der eintretenden Dämmerung die verschieden, jeden Abend in derselben Reihenfolge ablaufenden Auftritte der verschiedenen Spezies beobachten kann. Es fehlte nur noch die klassische Musik als Untermalung. Ansonsten gab es an den verschiedenen Wasserlöchern, wenn man Glück hatte, ganze Herden von Elefanten, verschiedenste Böcke, Nashörner, Giraffen, Antilopen, Schakale und vieles mehr zu beobachten.

Direkt hinter dem Ausgang des Etosha Nationalparks gönnten wir uns einen wunderbare Nacht in der Onguma Lodge.
Beim Baobab Camp gab es dann nochmal eine Begegnung mit den Buschleuten. Wir verabredeten uns für abends und hörten am Lagerfeuer die Löwen – und die Elefantengeschichte.

Um nun das Livingston Camp zu erreichen, überquerten wir einmal die Grenze zu Botswana, fuhren das Okavango Delta hoch und wieder nach Namibia rein und den Caprivizipfel entlaaaaaang (ja,das zieht sich dort ganz gehörig).

Das Livingston Camp liegt sehr gut versteckt, im Mamili Nationalpark, direkt am Wasser. Tiere dort zu finden war eher schwierig, aber eine wunderschöne Kanuausfahrt auf dem Wasser haben wir dort gemacht. Um nach Kasane zu kommen, überquerten wir wieder die Grenze zu Botswana und machen dort einen fabelhaften Ausflug mit einem Boot auf dem Chobe River. Von dort die Tierwelt im und am Fluss zu beobachten war superschön! Weiter ging es nach Zimbabwe, in die Amadeus Gardens Lodge, zu den Victoria Falls. Diese sind wir einmal zu Fuss abgelaufen (allerdings nur auf der Zimbabwe Seite, auch möglich von Zambia aus) und dann haben wir sie nochmal mit dem Helicopter überflogen, was beides traumhaft schön gewesen ist. Wir waren zu einer Zeit dort, wo der Zambesi voll mit Wasser war und dementsprechend ausgeprägt waren Regenbogen zu beobachten und man wurde auch ausführlich durchnässt…

Zurück nach Botswana, ins Ihaha Camp, im Chope Nationalpark. Dort durften wir die nähere Bekanntschaft mit einem sehr stattlichen Baboon Männchen machen, welcher, als wir gerade aufbauten, sich in unsrem Toyota vergnügte, auf der Suche nach etwas Essbarem.Er war völlig unbeeindruckt von mir und meinen Vertreibungsversuchen…

Ab hier begann nun unsere intensive Auseinandersetzung mit Tiefsand in unterschiedlichsten Ausprägungen. Wir erreichten das Linyanti Camp, nachdem wir ein weiteres Zwischencamp verpasst hatten und hatten dort mehr Bürokratie am Hals als es in Deutschland je möglich wäre. Aber wir hatten Glück und wurden von einem südafrikanischem Vater mit seinen zwei Kindern auf ihren Platz eingeladen. Dort hatten wir dann das nächste intensive Baboon Erlebniss und ich musste feststellen, dass Baboons vor männlichen Menschen wesentlich mehr Respekt haben, als vor weiblichen :((

Der nächste Tag brachte dann 6 Stunden Tiefsandfahren (ca.120 km) und eine Flussdurchquerung, bei welcher Alex mutig die Untiefen zu Fuss austeste und ich dann mutig die Plastikfront unseres Toyotas bei der Durchfahrt crashte.
Und auch im Khwai Camp wieder lange Diskussionen, da wir diesmal eine Nacht zu früh dran waren und die Buchung erst für die nächste Nacht gegolten hätte. Aber auch diesmal hatten wir Glück und fanden ein Paar, welches sich seinen Platz mit uns teilte. Weiter ging es tief hinein ins Okavango Delta, über das Xaxanaxa- und Third Bridge Camp. Wir beobachten vor allem ein paar Vögel, hier und da treffen wir auf einen Elefant oder ein Nilpferd, ansonsten blieb es sehr ruhig.

Nach diesem sehr tiefen Eintauchen ins Okavango Delta, hatten wir das Gefühl  zurück in die Zivilisation zu kommen, nachdem wir wieder die erste asphaltierte Strasse erreicht haben. Die Luft in den Reifen musste wieder ausgefüllt werden und nachdem die Internetverbindung wieder stand, kamen auch gleich die ersten Vermisstenmeldungen. Wir mieteten uns in der Thamalakane Lodge  in Maun ein und genossen einen schönen Abend direkt am Fluss. Der nächste Tag brachte dann nochmal einen wunderbaren Rundflug über das Delta mit sich. Direkt danach verlassen wir Maun und die Deltaregion in Richtung Kalahari.

Im Tiaan’s Camp lernten wir Heike kennen, welche hierhin ausgewandert ist, um dieses mit einem Freund zu leiten. Sie beglückte uns mit einem ganz wunderbaren Abendmenü, was ansonsten in diesen Regionen nicht zu finden ist. Es war mittlerweile sehr kalt geworden, die Temperaturen waren  auf 0 Grad nachts gesunken, und somit waren die nächsten drei Nächte in der Kalahari in unserem Dachzelt sehr grenzwertig. Auf unseren Pirschfahrten sahen  wir nicht viele Tiere.In grösserer Anzahl trafen wir hier aber auf den Löffelhund (Bat-eared Fox) und Gemsböcke und zweimal hatten wir das Glück Leoparden zu sehen. An einem Wasserloch fanden wir eine gerade ausgeweidete Löwin. Als wir am nächsten Tag nocheinmal hinschauten waren die Aasgeier und Schakale schon fast  fertig mit den Resten.

Da es zu kalt war um weiter im Dachzelt zu schlafen buchten wir uns in die Grassland und Bushman Lodge ein (wobei jetzt auch in den Lodges ,da keine Heizungen vorhanden ,die Nächte frostig waren). Hier konnte man nochmal Löwen und Wildhunde aus nächster Nähe sehen konnte, da sie diese dort aufnehmen und versorgen. Der Abschluss mit meinem Geburtstag fand wieder zurück in Namibia, in der Okambara Lodge statt. Wunderbar abseits gelegen, ca. 180 km von Windhoek entfernt.
Dort waren wir umgeben von einem Haufen Haustieren, was von einem riesengrossen Aras Papagei, über einen Löffelhund und Stachelschweinen reichte. Zudem gab es  auch hier unterschiedlichste Arten von Wildkatzen in Pflege.

Am 7. Juni gaben wir dann das Auto in Windhoek ab und flogen nach Johannesburg, wieder in das hübsche Winston Hotel, was ein bisschen wie “nach Hause“ kommen war.
Alex Flug ging dann am nächsten Tag zurück nach Tasmanien und ich verbrachte noch 2 Tage in Johannesburg, traf eine sehr interssante Galeristin und fuhr mit dem Hopp on Hopp off Bus durch die Stadt.

In den knapp 5 Wochen sind wir 6000 km gefahren, was manchmal etwas grenzwertig war, aber da alles gut geklappt hatte und keine grösseren Pannen passiert sind, machbar war. Da es einen vorgegebenen Plan mit Buchungen gab, hätte das ansonsten wahrscheinlich zu einer kleinerern Katastrophe geführt, bei den komplizierten bürokratischen und unflexiblen Vorgängen dort.
Danke auf jeden Fall an Mr. Bwana Tucke-Tucke, für seinen kurzfristigen Planentwurf mit allem drum und dran!
Und Danke Alex für deine Begleitung!

Ende Gelände – Eine Zusammenfassung

So und jetzt ist ist dieses afrikanische Jahr also vorbei. Das fühlt sich ein wenig so an, als käme man nach einem epischen Monumentalfilm aus dem Kino und draußen ist es schon dunkel und es beginnt gerade zu regnen.
Andererseits natürlich auch schön, mal wieder die Wurzeln auszustrecken und seine Dinge zu bekümmern, keine Frage.

Land…

Und jetzt können wir dann auch mal die zahllosen Erlebnisse und Eindrücke wirken lassen. Phantastische Landschaften und viele tolle Naturerlebnisse waren dabei. Von der bratendenden Hitze des Wüstenstaats Sudan bis hin zur kalten klaren Atlantikküste Südafrikas. Da wir im Wesentlichen fast den ganzen afrikanischen Grabenbruch entlang gekurbelt sind, gab es natürlich auch jede Menge Seen und Berglandschaften. Besonders eindrücklich war dabei der Süden Ugandas für uns. Auch eine Gegend, die wir gerne noch einmal separat bereisen wollen, ist das Vier-Länder-Eck im Süden von Äthiopien und Südsudan, welche an Nordkenia und Uranda grenzen. Dort liegt auch der Lake Turkana, der uns als Wüstensee, der er ist, sehr beeindruckte. Dort in der Nähe waren wir auch auf der Samburo-Hochzeit eingeladen. Die unverfälschte Lebensweise der Menschen dort, wirkt sehr anziehend. Die Segnungen der Zivilisation scheinen bisher noch einen Bogen um diese Regionen gemacht zu haben. Allerdings sind Temperaturen und Pisten-Zustände dazu angetan, ohne Hund und mit einem kleineren Geländewagen zu reisen. Wir werden sehen.

…und Leute

Die Gesichter zahlloser lachender und erstaunter Kinder, die uns in den Dörfern und vom Rand der Felder und Wege zu gewunken haben, sind das, was sofort vor dem innern Auge erscheint und sinnbildlich für unsere menschlichen Begegnungen steht. Sicher mag es für uns da von Vorteil gewesen sein, daß wir mit einer so sympathischen Zirkuskarre und mit unserem Tanzbären (Maffi) unterwegs waren. Sehr selten fühlten wir uns unwillkommen, eigentlich nie. Den glücklichsten und entspanntesten Menschen begegneten wir stets in jenen Gegenden, wo kein Mangel an Nahrung herrschte, aber auch kein sichtbarer Wohlstand zu sehen war. Es gab wenige Ecken, wo wir den Eindruck hatten, die Menschen würden hungern. In manchen Bergregionen Äthiopiens sahen die Leute schon sehr abgerissen aus, grau in grau. Oder an den Strassenrändern Malawis lag vor den Häusern das, was es zu verkaufen gab und da wurden in den kleinen Eimerchen oft nicht mehr als zwei kleine Tomaten feil geboten.

Sicherheit

Spätestens mit der Einreise in Kenia wurde der Anblick von privaten Festungen und bewaffneten Männern zur Alltäglichkeit. Kontrollen durch Polizei und Militär gab es zwar vorher mehr, aber der aufwändige Schutz privaten Besitzes zieht sich ab hier bis runter an’s Kap. Unser subjektives Sicherheitsgefühl war aber selten erschüttert, machten wir ja auch stets an geschützten und oft bewachten Plätzen Halt. Sicher gilt: Großstädte und deren Randgebiete sind weit unsicherer, als das weite Land. Und wo viele Touristen sind, ist auch mehr Kriminalität. Wären wir tatsächlich einmal überfallen worden, hätten wir uns auch bestimmt kein Stück zur Wehr gesetzt. Materielles ist alles ersetzbar, Schaden an Leib und Leben kaum. Aber alles in Allem ist der schwarze Kontinent (oder zumindest jene Teile, die wir bereist haben) in Sachen Sicherheit wesentlich besser als sein Ruf. Natürlich braucht man auch Glück, oder sagen wir mal besser: Kein Pech.

Versorgung

Gemangelt hat es uns auch an nichts und beim nächsten Trip wird sich die Lebensmittel-Vorratshaltung sicher deutlich geringer ausnehmen. Spätestens in den Großstädten findet man alles Erdenkliche, wenn man nicht ausgerechnet nach Grappa, oder Gorgonzola  fahndet. (Und mit unserem favorisiertem Müsli versorgten wir uns über’s gelegentliche Fluggepäck…) Spritmangel herrschte auch nirgends.

Verkehr

Ja, es gibt Strassen und manchmal sind sie auch gut. Nicht so gut ist oft die halsbrecherische Fahrweise der überall präsenten Sammeltaxis, die ihre 12 Sitzplätze grundsätzlich mit mindestens 20 Leute auslasten und fahren, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Schlimmer sind nur noch die grossen Überlandbusse. Allgemein ist der afrikanische Fahrer ein 100% Egoist und entsprechend bricht der Verkehr dann schon bei mittlerem Fahrzeugaufkommen zusammen. In ländlichen Gegenden haben die meisten Verkehrsteilnehmer dann eher 4 Beine und sind hübsch anzusehen, aber nicht wirklich kalkulierbar.

Gesundheit

Wir hatten Glück und waren insgesamt viel weniger oft krank, als Zuhause. Da wir nur abgepacktes Wasser getrunken haben und auch nicht oft In Strassenimbissen waren, gab es nicht mal ernstere Verdauungsbeschwerden. Schlimm hat es eigentlich nur den Hund mal erwischt, der sich in Äthiopien ein Zeckenfieber eingefangen hat.

Apropos: Reisen mit Hund

Hätten wir vorher gewusst, wie schwierig es ist, wir hätten das Tier wohl daheim gelassen. Grenzformalitäten, Nationalparkverbot, Hotels und Restaurants waren die organisatorischen Probleme und das oft heisse Klima ein anderes. Aber der Kerl hat auf alle Fälle was erlebt und ist deutlich reifer und entspannter geworden. Und eine Bereicherung für uns ist er ja sowieso immer. Wenn er nicht da ist, fehlt er uns dann schon sehr.

Und jetzt?

Machen wir den Sommer über Heimaturlaub und trollen uns im Herbst dann wieder, mit frisch gemachtem Laster, um einen neuen Kontinent zu „erfahren“: Südamerika wartet schon auf uns. Wir werden berichten.

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Unsere Route

Wer reist und schreibt hier?

Katja und Tom

Eine Goldschmiedin und ein Mediengestalter, seit fünf Jahren ein Paar und inzwischen auch verheiratet.

Wir reisen sehr gerne und tun dies am liebsten mit dem eigenen LKW, fernab klassischer Touristenziele.

Bisher haben wir 37 Länder zusammen bereist und dieses Jahr kommen wohl wieder einige dazu…

Katja ist verantwortlich für die allermeisten der tollen Bilder und Thomas macht die Texte.

Mafioso

Maffi

Dieser australische Prachtkerl fährt genauso gerne Laster wie Frauchen und Herrchen.

Für Trips in warme Gegenden bekommt er aber wegen der Hitze und dem Geziefer eine 9 mm „Reisefrisur“,

die alle sechs Wochen erneuert wird.

Oft ist er Schmuggelware, da sonst meist ein endloser Papierkram fällig wird…